Projekt: Länder und Kulturen { 学习汉语!}

Nachdem ihr bei Sarah gestern ein leckeres Couscous-Rezept kennenlernen durftet, welches ich sicher auch einmal nachmachen werde, geht es heute mit dem Projekt „Länder und Kulturen“ bei mir weiter. Was würde da näher liegen als mein zukünftiges Abenteuer in China, auf das wir mit schnellen Schritten entgegen schreiten!?

Noch aber sind es 11 Monate bis zum Umzug und die Vorbereitungen wie Wohnungsuche, nötige Impfungen und die Katzen gesundheitlich fit zumachen haben noch etwas Zeit (wobei ich mir sobald wie möglich die Weisheitszähne ziehen lassen muss!) Was aber ebenfalls zur Vorbereitung dazu gehört und bei dem ich schon seit mittlerweile sieben Monaten involviert bin: Chinesisch lernen!

Wenn ich Leuten sage, dass ich momentan Chinesisch lerne, stellen sich wahrscheinlich alle vor, dass ich einmal die Woche in die Volkshochschule gehe, um ein wenig zu lernen. Tatsächlich aber habe ich jeden Montag bis Freitag bis zu 5 Stunden Chinesischunterricht. Das mag für jeden wie der pure Horror klingen, aber an sich ist es ziemlich entspannend. Da wir keinen Leistungsdruck haben und die Lehrer keine konkreten Lehrziele erfüllen müssen, können sie sich ganz auf uns (= kleine Klasse von vier Schülern) und unserem Lerntempo einstellen. So haben wir oft eine ganze Woche Zeit für eine Lektion, die man an der Uni in 4 Semesterwochenstunden durcharbeiten muss.

Vokabelkarten – hilfreich für alle Schreibfaulen

Außerdem haben wir den großen Vorteil, dass wir im Gegensatz zu Sinologiestudenten die Schriftzeichen nicht schreiben, sondern nur erkennen müssen beim Lesen. Man kann es sich kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst macht, aber Erkennen und Schreiben können liegen sehr weit auseinander. Wir benutzen im Unterricht aber den Computer für die Notizen, so dass man das Wiedererkennen gut trainieren kann. Ich selbst konnte mir nie vorstellen, wie Chinesen oder andere asiatische Völker mit dem Computer schreiben können. Wie sieht die Tastatur von denen aus, wenn die tausende von Schriftzeichen haben?

Ganz einfach: Wie unsere, bzw. eine englische Tastatur auch. Die chinesische Sprache besteht, wie jeder weiß, aus tausenden von komplizierten Schriftzeichen, aber in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde Pinyin eingeführt, bei der jedes Schriftzeichen in romanische Schriftzeichen übertragen werden kann. Das chinesische Wort für China ist 中国, das Pinyin-Wort dafür „Zhongguo“. Nachdem man das chinesische Schriftzeichensystem also auf dem Computer installiert hat, kann man unten in der Taskleiste, wo normalerweise ein „DE“ steht, also einstellen, dass man Chinesisch („CH“) schreiben möchte und gibt „Zhongguo“ ein. Danach wird eine Auswahl an Schriftzeichen angezeigt, bei der man das richtige Zeichen auswählen kann. Das ist praktisch, aber man macht leider oft auch Fehler bei der Auswahl der richtigen Schriftzeichen, wenn sie sich zu sehr ähneln.

TING & Langenscheidt Bildwörterbuch Chinesisch

Wie ich schon einmal erwähnt habe, gibt es da noch den erschwerenden Faktor, dass Chinesisch eine Tonsprache ist und ehrlich gesagt, man (ich!)  fängt ganz schnell an, die Töne zu vernachlässigen und einfach den deutschen Sprechrhythmus zu adaptieren. Man darf zum Beispiel nicht bei einer Frage, die Stimme gegen Ende des Satzes heben, das könnte mit unter einen ganz anderen Sinn ergeben, da ein Wort anders ausgesprochen eine ganz andere Bedeutung hat. Noch besser sind Wörter, die im gleichen Ton ausgesprochen werden, aber trotzdem zwei verschieden Bedeutungen (und je ein eigenes Schriftzeichen) haben.

Im Urlaub saßen wir im Thermalbad neben zwei Chinesen und haben uns wie Agavendicksaftkuchenpferde gefreut, dass wir hier und da ein Wort verstanden haben, aber gleichzeitig kommt die Erkenntnis, dass man trotz 7 Monaten sehr wenig versteht. Andererseits gibt es dann ab und an kleine Erfolgserlebnisse, die einen dann wieder motivieren weiter zu lernen.

Bücher, um den Kulturschock zu minimieren.

Aber wir immer gilt: wir haben zwar relativ viel Chinesischunterricht, aber am Besten lernt man eine Sprache immer noch, wenn man von ihr umgeben ist und gezwungen ist, sie aktiv anzuwenden. Also kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken! Das Hauptziel unseres Kurses ist es ja auch „nur“, dass wir zuerst im Alltag klar kommen und Dinge wie einkaufen zu gehen, ein Krankenhaus zu besuchen oder in der Bank Geld zu wechseln auf Chinesisch bewältigen können.

Das soll es auch zu meiner Ausführung zum Chinesischlernen gewesen sein. Wie gesagt stehen die meisten Vorbereitungen noch vor uns und ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Solltet ihr noch Fragen haben, was den Chinaaufenthalt betrifft, beantworte ich euch dieses natürlich gerne!

Morgen gibt es bei Johanna den letzten Teil unserer Länder und Kulturen- Reihe. Wenn ihr mögt schaut auch mal bei allen anderen vorbei, die bereits ihren Beitrag dazu geschrieben habt, die Liste über die Teilnehmer findet ihr hier.

Posted in Chinaabenteuer

11 Kommentare

  1. wow ein wirklich toller Artikel. Sehr interessant :-)

  2. Leeri sagt:

    Als ich nach Deutschland kam, habe ich trotz 1.5 Jahre Deutschunterricht kaum was verstanden, ich konnte zwar mehr Grammatik als die meisten Deutschen, besonders geholfen hat mir das aber nicht xD Hab aber dennoch recht schnell gelernt :)

  3. Talkasia sagt:

    toll *_* ich will ja irgendwanna uch noch mal chinesisch lernen und am liebsten noch russisch ^.^… ne freundin von mir meinte, es fiele ihr leichter chinesisch zu sprechen, wenn sie einfach alles schreit… weild ie betonung dann besser is bei ihr lol XD

  4. Talkasia sagt:

    aaach, ich freu mich ber jeden der mitmacht! Erfahrungsaustausch ist das tollste!! :)

  5. Toni sagt:

    Wow, Chinesisch zu lernen muss echt mega schwer sein. Man hört das ja immer wieder und ich finde das beachtenswert, dass du das machst!!
    Der Mädchenflohmarkt war in Erlangen, es gibt auch einen facebook-Link:
    https://www.facebook.com/pages/M%C3%A4dchenflohmarkt-Erlangen/114065915315209
    Den gibt es auch in Düsseldorf, Frankfurt und so, suche es einfach bei facebook :)

  6. Und ich bin schon bei Französisch verzweifelt…aber bald bist du sicher ein super chinesisch sprechendes Agavendicksaftkuchenpferd (ich musste so lachen :D )

  7. Ganz viel Respekt dafür, mir reicht’s ja schon „einfachere“ Sprachen zu lerne, da bin ich dann gerne überfordert :)

  8. Leeri sagt:

    Die Umfrage hab ich irgendwann gelöscht, weil eh keiner teilnehmen wollte….na dann, mach ich selber, was ich für gut befinde^^ (aber wenn du bestimmte Vorschläge hast, her damit…)
    Ich kam mit 13 nach Deutschland ^^

  9. Interessant, dass aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ich habe selber auch ein Jahr in Taiwan gelebt und Chinesisch gelernt :)
    Man kommt auf jeden Fall viel besser rein, wenn man erstmal im Land ist und keine anderen Möglichkeiten mehr hat, als Chinesisch zu sprechen, also keine Sorge ;)

    Liebst,

    Anna

  10. Boah so super! Ich hab den totalen Respekt davor das du nach China gehen wirst! Ich sass mal in der chinesisch Schule..und hab mehr gepennt als gelernt..was vielleicht daran lag das es Samstag morgen stattfand :D

    Wie kommt es eigentlich dazu das dein Mann und du nach China gehen werdet? Wieso China & aus welchen Gruenden? :)

    xoxo

  11. carooolyne sagt:

    Wow, echt krass. Aber du hast das wirklich super erklärt :) Ihr schafft das schon!

    Liebste Grüße!

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