Exploring Beijing: Yonghegong Lama Temple

So langsam aber sicher vermisse ich meine ganzen Habseligkeiten – an sich ist dieses spartanische Leben gut machbar, aber es schränkt die Freizeitgestaltung in den eigenen vier Wänden ziemlich stark ein. Ich will mein ganzes Kochequipment, meine Bastelsachen und den ganzen tollen Schnickschnack, ohne den man zwar überleben kann, aber der das Leben erst so lebenswert macht, endlich wieder bei mir wissen. Aber noch sind es gut fünf Wochen, bis der Container mit unseren Möbeln und deren Inhalt ankommt und somit werde ich euch weiter vollballern mit Bildern aus Beijing. In der Hoffnung, dass euch das nicht zu schnell langweilig wird.

Kleingeld loswerden und dafür ein bisschen Glück erhaschen.
War schon ganz chic dort.

 


So waren wir an dem einen Wochenende ein bisschen buddhistische Luft schnuppern. Diese Luft ist in der Tat etwas schwer, da sie durchzogen ist mit Rauchschwaden von abbrennenden Räucherstäbchen – Zillionen davon! Die Tempelanlage hat den Beinamen Lama Temple, weil wir Ausländer natürlich in der Regel zu doof sind Yonghegong richtig auszusprechen und so verpasst man lieber gleich allem einen westlicheren Namen. Aber auch unausgesprochen: die ganze Anlage ist wirklich wunderschön anzuschauen. Diese Holzpagoden und ihre Bemalung sind aufgrund ihrer Komplexität unglaublich beeindruckend.

Burn, Baby, Burn!
Rechts zu sehen: Riesengroße Sandelholz-Buddha-Statue.

 


Pragmatisch wie wir sind, haben wir uns auch im Vorfeld ein paar Räucherstäbchen gekauft, um Buddha hier und da mal etwas zu huldigen. Aber man wäre natürlich kein unwissender Europäer, ohne mal in ein Fettnäpfchen zu treten. So stand ich nichtsahnend rum und rollte die tibetische Gebetsrolle so lustig vor mich hin, bis ein Mann schnellen Schrittes auf mich zu kam und mir aufgeregt erklärte, dass ich die Rolle falsch herum drehte! Ooops, die ganzen Ungewitter der letzten Woche nehme ich aber nicht auf meine Kappe, damit das klar ist!

Der bildliche Beweis: Wir sind wirklich in Beijing!

 


Funfact: Ich habe mal ein Semester lang Tibetisch gelernt, aber war davon nur ein Monat lang bei den Seminaren. Mir war die Schrift und die schwere Sprache irgendwann zu mühsam und ich habe das Fach gewechselt. Anderseits: Gott sei Dank habe ich abgebrochen, sonst hätte es vielleicht Komplikationen bei der Einreise gegeben, haha.

20 Kommentare • Kategorie: Beijing, Chinaabenteuer, Exploring Beijing • 15:24 Uhr

Vom Kulturschock, der eigentlich keiner war.

Schon vor unserem Abschied von Deutschland beschlich mich ja das mulmige Gefühl, dass eigentlich alles zu entspannt verlief und dass uns irgendwann noch einmal der große Kulturschock, von dem immer alle reden,  von hinten anspringen und umhauen würde. Zur Beruhigung aller sei gesagt: Es ist nichts dergleichen eingetroffen. Ich habe mit einigen gesprochen, die bereits seit einiger Zeit in Beijing leben uns es gab entweder diejenigen, die das alles hier absolut merkwürdig fanden und sofort wieder nach Hause wollten oder diejenigen, die das alles mit einem Schulterzucken hinnehmen.

Ich bin wirklich froh, dass ich zur zweiten Kategorie gehöre, was aber auch unserer langen Vorbereitungszeit für den Job im Ausland zuzuschreiben ist. Wir haben viele Bücher gelesen über die Ab- und Eigenarten der Chinesen, die man nun zwar auch Live und in Farbe erleben darf/muss, von denen man aber vorher zumindest schon einmal gehört hat. So war der erste Gang auf eine öffentliche Toilette zwar ein Abenteuer, aber wir schlugen nicht vor Panik und Entsetzen unsere Arme in die Höhe. Beinahe praktisch finde ich diese Toiletten (eine Klasse höher sogar mit Trennwänden!) allerdings in Clubs – gegen 3 und stark alkoholisiert landet schließlich, auch in Deutschland, sowieso alles auf den Boden.

Zum Thema Smog sei gesagt: unsere Lungen werden es uns vielleicht nicht danken, aber man sieht die schlechte Luft eher, als dass man sie wirklich körperlich spürt. Den Tag, als wir hier ankamen, war der Luftqualitätsindex bei 153, was als „sehr ungesund“ gilt – hier angekommen war ich aber überrascht wie normal sich aber alles anfühlte (wie in jeder anderen Großstadt nämlich auch!) Zwischenzeitlich waren die Werte aber schon einmal kurz unter 300 und wir haben uns heute vorsorglich schon einmal Luftschutzmasken gekauft.

Am wahrscheinlich unüberaschendsten: Überall sind Chinesen!  Aber auch da muss ich relativieren: Es war bisher nie so richtig brechend voll und „22 Millionen Stadt“ klingt erstmal verdammt voll und von Menschen überfüllt, aber tatsächlich scheint sich das bisher alles sehr gut zu verteilen. Das einzige, was mir am Anfang ziemlich Angst machte, war der Verkehr, aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, immer aufzupassen und in 360° um sich zu schauen, da man auch bei Grün potentiell überfahren werden kann, dann läuft auch das.

Gewöhnung ist wahrscheinlich das Stichwort, was hier am größten geschrieben werden muss. Viele Dinge sind anders, aber irgendwann wird man sich daran gewöhnen. Man wird sich daran gewöhnen, dass man Wasser nicht einfach so aus dem Hahn trinken darf, man wird sich daran gewöhnen, dass man trotz eines Jahres Chinesischunterrichts dennoch die meiste Zeit Lost in Translation ist  und man wird sich auch an die rotzenden Chinesen gewöhnen, die von ganz, ganz tief aus ihrem Körper Flüssigkeiten rausholen, um sich ihnen anschließend lauthals auf der Straße zu entledigen.

Auf der anderen Seite werde ich mich hoffentlich nicht zu schnell an die zahlreichen tollen Dinge der Stadt gewöhnen und sie weiterhin wertschätzen. Die tollen Parkanlagen, das gute günstige Essen und das großartige U-Bahnnetz (Fahren bis zum Abwinken für 0,25€ – friss das, KVB!)

Hattet ihr auch schon mal ein Fall von Kulturschock?

28 Kommentare • Kategorie: Leben in China • 10:20 Uhr

Exploring Beijing: 798 Art District

Gut eine Woche sind wir mittlerweile hier und neben den ganzen kleinen organisatorischen Dingen auf der To-Do-Liste, die erledigt werden wollen, haben wir auch noch genug Zeit gefunden, uns schon ein wenig in der Stadt umzuschauen. Mitunter sind wir letzten Dienstag zum 798 Art District gefahren, welches nicht allzu weit von unserer Wohnung entfernt ist – eine Taxifahrt von gut 10 Minuten (Taxi fahren ist hier wahnsinnig billig und wir fahren mitunter sogar zum Supermarkt mit dem Taxi, solang wir noch kein eigenes Auto haben!)

Ich möchte eigentlich gar nicht viel zur Geschichte sagen. Das kann ja jeder, der interessiert daran ist, selber nachlesen. Nur so viel sei gesagt: Das ganze Areal befindet sich auf einem ehemaligen Industriegelände und ist demnach in sich abgeschlossen und sehr ruhig. Wir können uns gut vorstellen, dass es ein wunderschöner Platz ist, um im Sommer dort ein paar Stunden zu verbringen. In den ehemaligen Fabrikgebäuden befinden sich Galerien, die teilweise kostenlos sind, teilweise auch wenige Yuan (1-3€) Eintritt verlangen zum Erhalt der Ausstellung. Aber auch zwischen den ganzen Gebäuden, in den Hinterhöfen,  stehen überall Skulpturen verstreut oder die Häuserwände sind voll gepflastert mit Street Art. 
Die Kreativität liegt noch immer in der Luft, nicht zuletzt, weil das Viertel auch heute noch Heim ist von vielen Künstlern, aber das revolutionäre und alternative Flair hat es nicht mehr in dem Maße, in dem wir es erwartet hätten. Zwischen all der Kunst hat auch der Kommerz seinen Weg gefunden. Restaurants, Cafés und unzählige kleine Shops haben sich zu den Galerien gesellt und richten sich mit Sicherheit in erster Linie an Touristen mit dem nötigen Kleingeld. 
 
Aber was soll’s. Noch bin ich mehr Tourist als Einwohner Beijings und so habe ich auch ein wenig zugeschlagen. In einem Laden mit allen erdenklichen koreanischen Niedlichkeiten von Briefpapier bis Handycases habe ich mir die Motivklebebänder für umgerechnet 1,80€ gekauft – ich muss aber irgendwann noch einmal zurück, sooo süße Notizbücher, mein Mädchenherz ist stark am Pochen!
Wir ihr vielleicht auch wisst, bin ich ein bekennender Anhänger von selbstgemachten Design-Krams. Weil manche Kuai-Scheine zu groß sind für mein altes, geliebtes Portmonaie, habe ich mir außerdem eine neue Geldbörse gekauft, die aus irgendeinem wasserabweisenden Wunderpapier besteht. Als Andenken, dass wir es ins 798 geschafft haben, gab es auch noch eine Box mit Lomo-Bildern, die praktischerweise gleich mit einer Schnur und Mini-Wäscheklammern kamen, damit wir sie daheim aufhängen können.
Da das Gelände unglaublich groß und weitläufig ist, haben wir wirklich nur geschafft, einen Bruchteil von alldem zu sehen und wir freuen uns schon sehr auf unseren nächsten Besuch, irgendwas gibt es sicherlich immer neu zu entdecken!

12 Kommentare • Kategorie: 798, Beijing, Exploring Beijing, Kaufrausch, On The Road • 08:07 Uhr

A Day In My Life: Moving to China

Es ist soweit! | Nach einer relativ kurzen Nacht geht es los.
Mit dem Mietwagen ging es Richtung Frankfurt Flughafen.
Dort angekommen, haben wir gleich die Katzen eingecheckt,
damit sie nicht im lauten Gewusel vom Flughafen rumstanden.
Zwei endlos scheinende Stunden am Gate warten, bis es endlich los geht und sich schon einmal an Chinesen gewöhnen, die 85% der Fluggäste ausmachten. | Riesiger Airbus war verdammt riesig.
Ich bin wohl der einzige Mensch auf dieser Welt, der Flugzeugessen richtig Klasse findet.
Diese kleinen Portiönchen sind doch aber niedlich! Und das übrigens in vegan.
Das beste am Airbus: Jeder Sitz hat seinen eigenen Bildschirm und so schaute ich drei Filme auf dem Flug.
Wie man unschwer erkennen kann: The Wizard of Oz.
Frühstück, leider alles andere als lecker.
Vielleicht sollte ich meine Euphorie gegenüber Flugzeugessen noch einmal überdenken.
Im Landeanflug. | Zoe beim Erkunden der Wohnung.

Nicht dokumentiert war der restliche Tag nach der Landung, an dem wir uns mit der Quarantänebehörde am Flughafen rumärgerten, die uns beinahe unsere Babies nicht aushändigen wollten,  eine kleine Tour erhalten haben, um die Gegend etwas besser kennen zulernen und schließlich unseren ersten Besuch in einem authentischen chinesischen Restaurant. Überflüssig zu sagen, dass wir am Abend wie Steine ins Bett fielen.

29 Kommentare • Kategorie: Beijing, Chinaabenteuer, On The Road • 15:55 Uhr

Blogvorstellung: Rund um die Welt

Meine Lieben, es ist so weit! Heute geht es für mich nach China und weil ich nicht weiß, wann ich online wieder erreichbar sein werde, wollte ich euch ein paar Blogs ans Herz legen, die sich thematisch alle in irgendeiner Weise mit dem Thema Reisen beschäftigen – damit ihr während meiner Abwesenheit auch was zu lesen habt.

1. Heldenwetter von Ariane
Zugegeben ist Reisen nicht das Hauptthema von Arianes Blog, der sich auch viel mit den Themen Mode, Nachhaltigkeit und den schönen Dinge des Lebens beschäftigt. Aber nicht nur ihre tolle Blogreihe „Projekt Fernweh“ wird euch in andere Welten entführen,  sie selbst berichtet auch öfter von ihren Erfahrungen und  Erlebnissen ihres Freiwilligenjahres, welches sie nach Peru verschlug.
2. Cotton Candy Stories von Sóley

Neben köstlichen Rezepten, berichtet das Mädchen mit dem Alias Sóley vorallem über verschieden Orte der Welt. Die Globetrotterin gibt nicht nur Tipps zu Urlaubszielen wie Prag, sie hat auch noch richtiges Insiderwissen über Island und Neuseeland, da sie das Glück hatte in beiden Ländern für einige Zeit wohnen zu dürfen.

3. Hanh phúc di Asya von Ann-Sophie
Das beste zum Schluss, so ganz subjektiv gesprochen. Meine Ex-Arbeitskollegin/Ex-Mitbewohnerin/Freundin ist momentan mit ihrem Freund/meinem Ex-Arbeitskollegen/Ex-Geliebten meines Katers für einige Monate in Asien unterwegs und berichtet von ihren Erlebnissen in Vietnam, den Philippinen und Indonesien. Leider weigerte sie sich, einen Abstecher nach China zu machen, aber man kann nicht alles haben. (Solltest du das lesen: Ich hab‘ dich lieb! :-*)
Viel Spaß beim Lesen und werdet nicht allzu neidisch auf die Damen und ihren großartigen Reisen. Ich hoffe, ihr bleibt mir bis zu meiner Rückkehr treu.

7 Kommentare • Kategorie: Allgemein • 07:00 Uhr

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