On The Road: Street Fashion Budapest Exhibition, Kiscelli Múzeum

Das Thema Mode ist auf meinem Blog nicht allzu präsent, was allerdings nicht heißt, dass ich mich dafür nicht interessiere. Ich stufe meine alltägliche Kleidung einfach nicht als extravagant oder kreativ genug ein, als dass ich sie euch präsentieren müsste, der nötige Willen an Selbstdarstellung fehlt dazu.

Als ich auf der Suche nach möglichen Zeitvertreiben auf die Street Fashion Budapest Ausstellung geraten bin, sprach mich diese jedoch sofort an und so machten wir uns am Mittwoch auf ins Kiscelli Múzeum. Der Weg dort hin ist etwas mühsam, da es zuerst etwas außerhalb des Zentrum gelegen ist und dann auch noch einen furchtbar steiler Weg aufwärts dorthin führt (hätte ich das gewusst, hätte ich mich an dem Tag für anderes Schuhwerk entschieden!), aber im Endeffekt hat es sich sehr gelohnt.

Die Ausstellung ist initiiert von Street Fashion Budapest und setzt sich auseinander mit der Mode im Verlaufe der Zeit und besonders mit der heutigen Wichtigkeit des Internet und der Modeblogs. Budapest ist eine Stadt in der sich noch vieles tut, die kreativen Funken sprühen nur so um sich herum und so muss diese Stadt anderen europäischen Metropolen in Sachen Mode in keiner Weise nachstehen.

Auf Monitoren wurden abwechselnd Bilder von Festivalsoutfits präsentiert, was ich sehr spannend fand, da auch etwas alternativere Kleidungsstile gezeigt wurde. Während ich mich der ersten Texte widmete, erklärte der Museumswärter meinem Gatten ein wenig über die Geschichte und der Größe des Museumstraktes, in der die Ausstellung aufgebaut war – das übrigens alles auf Ungarisch, weil der gute Mann kein Wort Englisch sprach. Die universelle Sprache der Körpersprache ist erstaunlich!

Die Lokalität allein war sehr beeindruckend. Wie wir erfahren konnten, wurde das Gebäude im 2. Weltkrieg beschossen und erlitt einige Schäden – es ist der einzige Teil des Museums, welcher nicht vollständig renoviert wurde. Ich finde aber, dass diese Ausstellung genau dort perfekt aufgehoben ist, weil die alten Gemäuer stark an die kreativen Ruinbars in Budapest erinnern. An der Decke hingen Original Kleidungsstücke aus verschienden Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts, die man per Seilzug nach unten ziehen konnte, um sie sich etwas näher anzuschauen.

Dass in der Mode ja selten etwas Neues erfunden wird, sondern nur Vergangenes aufgegriffen wird, ist kein Geheimnis. Sehr spannend fand ich anzusehen, wie diverse Trends aus dem letzten Jahrhundert mit modernen Interpretationen davon verglichen wurden – und der Tatsache, dass es eben Interpretationen sind, die doch eigene Züge haben. Außerdem gab es auch ein paar Tafeln, die sich mit der Mode der Subkulturen (Indie, Punk, Gothic, Hardcore, Lolita,…) auseinander setzten, was mein kleines Herz höher schliegen ließ.

Eigentlich wollten wir uns nur diese Ausstellung anschauen und ich glaube, wir hatten auch nur dafür Karten gekauft, aber erwähnter Wärter schickte uns irgendwo hinauf („Exit! Exit!“) und so landeten wir noch in eine sehr spannende Ausstellung über ungarische Gegenwartkunst. Wir sind im ganzen Museum vielleicht fünf anderen Besuchern begegnet, Touristen scheinen sich dort nicht oft hinzu verirren, so dass die Aufpasserin dort das Licht extra für uns anmachte – und uns anschließend noch in eine andere, kleine Ausstellung schickte, in der eine historische Apotheke rekonstruiert war. Auch sehr interessant!

Der Besuch war einer der Ausflüge, die man eigentlich nur mal so nebenbei machen wollte, wenn man noch Zeit dafür findet, diese dann aber zu den heimlichen Favoriten des Urlaubs werden. Wir waren sehr überrascht darüber, wie interessant die Ausstellung gestaltet war und solltet ihr in nächster Zeit in Budapest sein: man kann sich die Street Fashion Budapest Ausstellung noch bis zum 21. August anschauen.

Posted in Budapest, On The Road

3 Kommentare

  1. T. sagt:

    Das klingt super. Hätte mich durchaus auch interessiert. Toll, was man da alles interaktiv machen kann und sei es nur Strippen ziehen.

    Schön, dass man sich auch trotz Sprachbarriere verständigen kann – das macht das ganze irgendwie auch gleich sympathischer. :>

  2. strandgut sagt:

    Muss, hab immerhin ganze 8 Lacke benutzt. :D
    Danke. ♥

  3. Ui, die Ausstellung sieht aber interessant aus, vor allem der Teil über die Tubkulturen hört sich spannend an :)

    Naja ich persönlich fand die Stelle mit dem Finger nicht am besten :D da will man mal spontan sein und wird dann auch noch bestraft. ^^

    Aber dass dir stattdessen chinesische Wörter einfallen ist doch gut?! Das zeigt dass dein Hirn schon die richtigen Prioritäten setzt. :)

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