The Color Run Beijing 2015 – Holi meets Spazierengehen
Dass die Uhren in Beijing anders ticken ist nichts neues, aber ich könnte ganz ganz ganz fest schwören, dass der Color Run erst vorletztes Wochenende war. Aber Pustekuchen – ein Blick in den prall gefüllten Kalender verrät, dass zwischen dem besagten Wochenende und dem heutigen Tag bereits ganze vier Wochen liegen. Wenn man durch die ganze Luftverschmutzung hier nicht früher stirbt, dann altert man auf jeden Fall doppelt so schnell, weil die Lebenszeit gefühlt im Fluge vergeht!
Als angehende Sportskanonen haben wir uns jedenfalls bereits im April für den Color Run Beijing 2015 angemeldet, der dieses Jahr auf den 20. Juni fiel. An sich finde ich die in Deutschland ja bereits seit Jahren beliebten Holi-Festivals eine Vergewaltigung der indischen Kultur, aber unter dem Deckmantel der Fitness kann man sowas schon mal machen.
Eigentlich wollten wir uns vor Ort auch noch mit Freunden treffen, aber weil weltweit bei allen Color Runs die gleichen Merchandising-Artikel angeboten werden und man einem geschenkten Gaul bekanntlich nicht ins Maul schaut, hat sich der In-China-Sehen-Alle-Gleich-Aus-Faktor gleich mal mit 5 multipliziert und es war unmöglich die uns bekannten Gesichter ausfindig zu machen.
„Na, dann lass‘ uns doch einfach alleine laufen!“ dachten wir uns und wiegten uns in sportlicher Sicherheit, denn in Sachen Laufen war nicht wirklich viel möglich. Da es mein erster Event jener Art war kann ich nicht sagen, wie es in anderen Städten so läuft und ob es vielleicht an der allgemeinen Dichte an Menschen in Beijing liegt, aber da waren ja so unglaublich viele Leute auf SonntagsSamstagsspaziergang, dass jegliche Motivation tatsächlich einen 5k zu rennen alle hundert Meter in großen selfie-machenden Gruppen erstickt wurde.
Für alle Neulinge in Sachen Color Run, deswegen hier ein paar simple Tipps:
- Laufvorbereitung für einen 5k: Könnt ihr sein lassen. Ich habe die Wochen davor wirklich auf dem Laufband für einen 5k geübt, weil man ja aus persönlichen Ehrgeiz nicht vollkommen abstinken will gegen alle anderen, aber wie oben beschrieben kommt man zumindest in China nicht oft zum Laufen.
- Handys in wasserdichte Hüllen verpacken: für die Sparfüchse gibt es Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss einer gewissen Marke, die ausreichen sollten. Ansonsten gibt es auch wasserdichte Handybeutel zu kaufen. Ich habe uns im Vorfeld welche bei Taobao bestellt, es waren aber auch ein paar findige Verkäufer vor der Location, bzw. haben einige Sponsorenfirmen beim Rennen welche verschenkt. Sichere Nummer ist aber vorher selbst kaufen!
- Farbbeutelchen: kann man wohl auch für viel Geld kaufen, man kann es aber auch erstens selber machen (eine halbwegs praktische Anleitung gibt es hier) oder man kann wie ich, wie eine Bekloppte das Farbpulver bei den Farbstationen aufsammeln, weil das da sowieso Zentimeter hoch rumliegt. In beiden Fällen erscheint mir aber praktisch, sich solche Flaschen zu besorgen zur besseren Handhabung.
- Farbe wieder auswaschen: Man soll natürlich nicht die neuesten, teuersten Klamotten für das Rennen anziehen, aber alle Tipps von wegen, vorher Körper und Haare mit Öl einschmieren sind eigentlich Schwachsinn, sofern man nicht direkt nach dem Rennen ein wichtiges Bewerbungsgespräch hat. In dem Fall lasst das Rennen lieber ausfallen, sofern es nicht für einen Job als Aushilfsclown ist.
- Lasst alles unnötige zu Hause! Auf der Color Run Seite stand zwar, dass man locker mit dem Turnbeutelchen, das im Paket war, den Lauf bestreiten kann, aber meine Güte, war das Ding lästig. Lasst am Besten auch gleich die Trinkflasche zu Hause, denn von der Organisation will bestimmt niemand einen Dehydrationstod, von daher gibt es Wasserstationen, an denen man etwas zu trinken bekommt.
- Spaß haben! A & O und auch wenn wir von der Absicht, tatsächlich ein Rennen zu meistern, schnell absehen mussten, so hat es trotzdem unheimlich Spaß gemacht, fremde Menschen mit Farbe zu bewerfen. Wir hatten dabei auch noch den Laowai-Bonus – Ausländer zu bewerfen macht anscheinend ganz besonderen Spaß.
Fast noch spannender als der „Lauf“ an sich war übrigens die Heimfahrt mit der U- Bahn. Je weiter man vom Veranstaltungsort, der in einem Randgebiet von Beijing lag, sich in Richtung Innenstadt bewegte, so weniger wurden auch die Mitstreiter, so dass wir dann irgendwann als einzige total beschmaddert in der Bahn standen. Die Blicke der anderen Leute waren unbezahlbar.
On the Road: Myanmar
Viele Bekannte, die Myanmar in den letzten Jahren bereisten, schwärmten von ihren Erlebnissen und so wollten wir uns selbst davon überzeugen und haben uns vor drei Wochen aufgemacht, es selbst zu erkunden.
Myanmar. Burma. Wie heißt das Land jetzt eigentlich?
Die Republik der Union Myanmar, so der amtliche Name, war ein Jahrhundert lang von den Briten besetzt und so dachte ich im Vorfeld, Burma sei die alte Bezeichnung der Kolonialherren. Ich versuchte also immer bewusst das Wort Burma zu vermeiden bis mir ein Einheimischer verriet, dass das Wort Burma im Sprachgebrauch immer noch und völlig wertefrei benutzt wird. Lässt sich auch viel einfacher verwenden. Burma, Burmesen, burmesisch. Das klappt mit Myanmar nicht so leicht.
Ich möchte im heutigen Eintrag (noch) nicht auf die einzelnen Sehenswürdigkeiten eingehen, sondern vielmehr einen kleinen Überblick über Land und Leute geben.
Myanmar ist in den letzten Jahren immer beliebter als Reisedestination geworden, so dass es sogar als eines der Trendziele 2015 gehandelt wird. Das zeigt sich under anderem auch darin, dass wir vielen deutschen Reisegruppen begegnet sind, die im Durchschnitt erstaunlich alt waren. Erstaunlich deswegen, weil ich mir im Alter etwas bequemeres vorstellen kann, als bei 40° Celcius im Schatten irgendwelche Pagoden hoch und runter zu krabbeln.
Beim Stichwort Pagoden sind wir auch schon bei der Sehensürdigkeit, die einen in Myanmar überall hin verfolgt. Von der stattliche Schwedagon-Pagode in der Hauptstadt Yangon, die einem in ihrer Größe den Atem stocken lässt bis zu den über Tausend kleinen und großen Pagoden in Bagan – Pagoden säumen überall das Landschaftbild und können mitunter auch einen kleinen Pagodenkoller* erzeugen. Vor allem aber unser Guide in Bagan, wo wir an zwei Tagen rund 20 Pagoden besuchten, hatte aber so interessante Fakten zu jeder Pagode zu erzählen, dass eben doch nicht ein Ei dem anderen glich.
Interessant dabei ist auch der Kontrast zwischen den jahrhunderte alten Pagoden, die durch mehrer Erdbeben beinahe Ruinen gleichen und den wichtiger gehandelten Pagoden, die vergoldet werden und das Sonnenlicht fast blindmachend reflektieren.
Um möglichst viel von Myanmar in der knapp bemessenen Zeit zu erkunden, haben wir uns eine der zahlreichen Tourveranstalter anvertraut, die Rundreisen organisieren. Dies scheint allgemein eine sehr beliebte Variante zu sein, das Land in kompakter Form kennen zu lernen, denn man sah die gleichen Gesichter immer mal wieder an verschiedenen lokalen Flughäfen. Aber auch bei Backpackern ist Myanmar sehr beliebt, da man auch mit sehr kleinem Budget dort gut leben kann – zwei Hauptmahlzeiten und fünf Cocktails für 15€, anyone?! Aber weil ich ja mittlerweile auf einer Ü30-Party Eintritt gewährt bekäme, haben wir doch die bequemere Variante der Inlandsflüge und 4-Sterne Hotels gewählt im Gegensatz zu 12-stündigen Zugfahrten und Hostels.
Das Tourprogramm an sich war super, aber die interessantesten Erfahrungen haben wir doch außerhalb des gewöhnlichen Ablaufes gemacht. So nahm unsere Reisebegleiterin in Mandalay uns zu zwei Hochzeitsempfängen mit, bei denen sie eingeladen war und wir wurden unglaublich herzlich begrüßt, weil Ausländer auf solchen Empfängen als Glücksbringer gelten und am Inle Lake fragte unser Tourguide kurzerhand, ob der Gatte nicht einmal die dort typische Technik der Fischer mit einem Bein zu Paddeln, ausprobieren wollte – inklusive einer Runde Tee in einer kleinen Hütte einer myanmarischen Familie, ganz weit ab von jeglichen anderen Touristen.
Unsere Rundreise umfasste einen kurzen Stop in der ehemaligen Hauptstadt Yangon, zwei Nächte in der bereits erwähnten Stadt der tausend Pagoden Bagan, zwei Nächte im sagenumwobenen Mandalay, zwei weitere Nächte am beeindruckenden Inle Lake und danach, und das war bitter nötig, zwei Tage und Nächte vollem süßem Nichtstun am Ngapali Beach.
Obwohl wirklich jeder Ort in seiner eigenen Art sehr faszinierend war, haben mir die Tage am Inle Lake am allerbesten gefallen. Es gab nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten zu sehen, man halt viel mehr Einblick gewährt bekommen vom alltäglichen Leben der Menschen dort.
Die warmen Temperaturen, die ganze Fliegerei in so kurzer Zeit und das geballte Sightseeing gehen nämlich ganz schön an die Substanz und so gab es Abende, an denen wir um 19 Uhr schon so platt waren, dass wir uns mit Mühe wach hielten bis zu einer für Erwachsenen gesellschaftlich akzeptierten Zeit – sonst wären alle 4-jährigen nach dem Sandmann nach uns ins Bett gegangen!
Zu den Myanmaren an sich sei gesagt, dass man auch von allen Dorthingereisten das gleiche hört: „SO FREUNDLICH!“ Auch wenn viele von ihnen die meiste Zeit nicht mit einem breiten Grinsen herum laufen: ein kleines Experiment hat gezeigt, dass sobald man sie anlächelt, man zu 100% ein Entgegenlächeln geschenkt bekommt. In Deutschland kann man das bei so vielen Miesepetern leider nicht erwarten. Auch im Vergleich zu China sind mir die Einheimischen sehr positiv aufgefallen im Zusammenhang mit Exotik. So exotisch das Land und die Erfahrungen für uns sind, so ungewöhnlich ist man dort als Westler. Aber wo in China die wenigsten vom Land gereisten nach einem Foto fragen, sondern einfach heimlich die Handykamera auf dich halten, so dass man sich wie ein Affe im Zoo fühlt, so hat wirklich jeder in Myanmar, der zum ersten Mal uns als Ausländer getroffen hat, höflich nach einem Foto gefragt. Da klebt man doch gerne als Attraktion im Fotoalbum irgendeines Myanmaren!
Myanmar hat uns eigentlich schon am ersten Tag in seinen Bann gerissen, als wir staunend vor der riesigen Schwedagon-Pagode in Yangon Standen. Ein Besuch in einer anderen Pagode, in der arme Myanmaren wie besessen eine Buddha-Statue mit Goldblättchen beklebten war wohl eines meiner surrealsten Erlebnisse dort und spiegeln das Land ganz gut wieder: so viel Gold neben so viel Armut.
Ich hoffe, dass wir eines Tages noch einmal zurück kehren können, um noch mehr von den Kulturen und Orten kennen zu lernen, die alle so verschieden sind. Idealerweise dann auch noch zu einer Zeit, in der Myanmar noch etwas von seinem abenteuerlichenCharme hat und nicht von Touristen überrant ist wie der Nachbar Thailand.
* In China gibt es übrigens den Tempelkoller, weil wirklich jeder Tempel und jeder Palast identisch aussieht von der Architektur – Hast du einen gesehen, hast du alle gesehen!
Chinesisches Neujahr in Beijing
Wenn man nach Beijing zieht, dann gehen einen die Millionen von Menschen manchmal ganz schön auf die Nerven. Aber es gibt eine Zeit im Jahr, da erinnert einen die Stadt eher an einen postapokalyptischen Endzeitfilm: ohne zu Schauen über die menschenleeren Straßen laufen, alle Läden haben zu, überall Schutt und Rauch.
Eine Zeit, die Fluch und Segen gleichermaßen ist: Das Frühlingsfest, welches mit dem Chinesischen Neujahr beginnt.
In China, sowie in vielen anderen asiatischen Ländern, ticken die Uhren heutzutage zwar nach unserem gregorianischen Kalender, aber insbesondere die Feiertage orientieren sich nach wie vor nach dem Mondkalender, der – wer hätte es gedacht – sich nach dem Mondverlauf richtet. Dieses Jahr fiel das ‚Chinesische Silvester‘ damit auf den 18. Februar.
Die Bedeutung vom Jahreswechsel ist hier aber ein absolut anderer. Das Frühlingsfest, bei dem von Frühling leider immer noch keine Spur zu erahnen ist, ist aber viel bedeutender als das westliche Silvester. Vielmehr hat es die Wichtigkeit von Weihnachten und Silvester zusammen, denn für viele Familien ist es die einzige Zeit im Jahr, die sie miteinander verbringen. Besonders traurig ist das bei den vielen Wanderarbeitern, die in die großen Städte kommen, um bessere Verdienstmöglichkeiten zu haben. Viele von ihnen lassen ihre Kinder bei den Großeltern in entfernten Provinzen zurück und einmal im Jahr, für zwei Wochen über das Frühlingsfest, fahren sie nach Hause.
Es is gerade zu erstaunlich, wenn man zum ersten Mal sieht, wie wenig eingesessene Beijinger es tatsächlich gibt, denn nachdem alle Zugezogenen zurück in ihre Heimat gefahren sind, ist die ganze Stadt wie ausgestorben. Hinzu kommt noch, dass die meisten Ausländer den kriegsähnlichen Zuständen zum Chinesisch Neujahr entkommen wollen und die verordneten Zwangsurlaubstage lieber zum Reisen nutzen.
So kam es, dass wir den gestrigen Abend ganz gemütlich angingen im Kreise einiger auserlesener Freunde, die weder Familie noch Reisepläne hatten. Nach einem ausgiebigen Essengelage und netten Gesprächen sind wir dann kurz vor Mitternacht auf unser Dach gegangen, um den 360° Panoramablick über ganz Beijing zu genießen. Feuerwerk wurde schließlich nicht umsonst vor langer, langer Zeit in China erfunden.
Denn die Chinesen lieben Feuerwerk und Böllerei – laut, viel, zwei Wochen lang. Richtig. Zwei. Wochen. Zwar gibt es (wie zum Beispiel am Silvesterabend an sich) immer mal wieder Hochzeiten der Knallerei, aber offiziell darf die gesamten zwei Wochen während des Frühlingsfestes, geschossen werden, was das Zeug hält.
Als wir nach China gekommen sind, wurde uns ständig davon berichtet, dass Chinese New Year das absolute Grauen sein soll und man am Liebsten irgendwo hin flüchten soll: Kontinuierlicher Krach, Smogwerte jenseits von Gut und Böse und man käme die ganzen zwei Wochen nicht zur Ruhe. Als wir letztes Jahr dann unser erstes Fest erlebten, war ich nahezu enttäuscht, denn von Krieg war weit und breit keine Spur – so Dauerfeuerwerk hat ja schließlich auch was Schönes. Wie alles im Leben ist es halb so schlimm und wir genießen die ruhige Zeit, um Kraft zu tanken für den Moment, wenn die Stadt wieder voller Millionen von Menschen ist.
Ich wünsche allen ein tolles 羊-Jahr!
羊 kann sowohl Ziege, als auch Widder oder Schaf bedeuten. So ganz sind sich die Chinesen auch nicht einig, welches Tier nun mit dem Tierkreiszeichen gemeint ist. Ich persönlich bin für Schaf, weil die so schön kuschlig sind!
Roaring Twenties Party Gastby-Style!
Eigentlich heißt es ja, man soll die Feste so feiern, wie sie kommen.
Wenn man aber in Peking wohnt und kurz vor Weihnachten Geburtstag hat, dann kommt es leider vor, dass zum tatsächlichen Geburtstag viele der Freunde bereits irgendwo in der Welt verstreut wieder in ihren Heimatländern sind, um Weihnachten mit ihren Familien zu verbringen

Es blieb uns also nichts anderes übrig, als die Festivitäten zu meinem Geburtstag in den Januar zu legen und weil wir hier in China sind und Taobao-sei-Dank Verkleidungen aller Art recht erschwinglich sind, haben wir uns wieder einmal für eine Mottoparty entschieden.
Ich war schon immer ein begeisterter Anhänger der „Roaring Twenties“ mit all seinem Glitzer und Glamour. Der Große Gatsby war als Buch immer schon einer meiner Favoriten, was liegt da also näher als mal endlich eine wilde 20er Jahre-Party zu schmeißen?!

In Beijing gibt es übrigens auch eine Burlesque-Truppe, aber trotzt ständiger Auftritte, haben wir es nie geschafft, zu einer ihrer Shows zu gehen (Termine…Termine!). Wir haben uns die Feier also auch zum Anlass genommen, zwei der Damen für ein paar Auftritte zu buchen und ich muss sagen: Das hat dem ganzen Abend noch den absolut richtigen Schliff gegeben!
Es wurde somit also nicht nur Charlston getanzt, einem der typischsten Tänze der 1920er, sondern als Highlight gab es zum Schluss noch einen sogenannten Balloon-Popping-Act – was sich da wohl unter den Ballons so befindet?!

Von der Deko kann man leider auf den Fotos nicht allzu viel sehen, aber wer wissen mag, wo ich mir meine Inspiration für den Abend geholt habe, der kann gerne mal bei meinem Pinterest-Board zur Party vorbei schauen. Was als allererstes fest stand, was auf keinem Fall fehlen darf: eine Champagner-Pyramide! Aus der Pyramide wurde dann sehr schnell ein Pyramidchen und die Stimmung immer besser.
Auch wir als Gastgeber hatten eine tolle Nacht und waren begeistert, dass sich wirklich jeder unserer Gäste die Mühe gemacht hat, sich in Schale zu werfen, um dem Thema angemessen mit uns zu zelebrieren.

Auf dem letzten Foto übrigens zu sehen: meine unbändige Freude darüber, auch einen Ballon platzen lassen zu dürfen.
Die Fotos wurden alle von unserem guten Freund Laurent Hou aufgenommen, der auch bei Flickr zu finden ist! Merci beaucoup, Laurent!
Noch mehr Fotos zur Party gibt es übrigens auf Michaelas Blog zu sehen – sogar in Farbe!
Rezept: Gluehweingelee
Anlässlich der Weihnachtsschmiede, bei der sich 24 Blogger zusammengetan haben, um euch jeden Tag im Advent etwas tolles bieten zu können, komme ich nun nach ganzen sechs Monaten auch mal wieder aus meinem Loch gekrochen. Im gestrigen Beitrag konntet ihr bei Maria ihre weihnachtlichen Nägel bewundern. Was es morgen bei Anni geben wird ist noch ein Geheimnis – also lasst euch überraschen!
Eigentlich wollte ich ja ein ganz anderes DIY machen, aber nach einem Blick im Kühlschrank, der auf eine angefangene Flasche Glühwein traf stand fest: Der muss weg – und zwar am Liebsten auf einem Brötchen!
Ich bin ein Freund der Restverwertung, also sind die Angaben relativ frei. Am Besten ist es, ihr schaut einfach auf die Packungshinweise eures Gelierzuckers, wieviel Flüssigkeit ihr mit wieviel Zucker mischen müsst. Bisschen Mathe muss sein.
Zutaten:
500ml Glühwein
400g Gelierzucker (2:1 oder 3:1, abhängig wie fest ihr euer Gelee mögt)
200ml Mandarinensaft*
* Böse Zungen behaupten, dass in klassischen Glühweingeleerezepten Orangensaft verwendet wird, aber habt ihr in der Weihnachtszeit schon mal so viele Mandarinen rumliegen haben, dass diese irgendwann viel zu weich sind? Ich sage: Verwerten! Es waren bei mir gut 7 Mandarinen verschiedener Größe, die ausgepresst 200ml Saft ergaben und nebenher auch noch ordentlich Fruchtfleisch von sich gaben. (An dieser Stelle sollte irgend ein Vegetarierwitz mit Fruchtfleisch hin, aber ich bin heute so unkreativ!)
Vorbereitung:
Bevor ihr mit dem Kochen beginnt, solltet ihr vorher schon einmal eure Marmeladengläser in einem Topf voll heißem Wasser gründlich auskochen und anschließend kopfüber in Ruhe abtropfen lassen. Das ist wichtig, da die Gläser dadurch keimfrei gemacht werden, was die Haltbarkeit des Gelee erhöht.
Zubereitung:
Leute, ich sag’s euch: Glühweingelee ist schneller gemacht als ich gebraucht habe um Glühweingeleerezept zu schreiben.
Rotwein, Gelierzucker und Mandarinensaft in einen Topf geben, auf den Herd bei mittlerer Hitze stellen und warten, dass es anfängt zu köcheln.
Gute fünf Minuten vor sich hin blubbern lassen und danach mal die Gelierprobe machen. Dazu ein paar Tropfen von eurer Mixtur mit einem Löffel auf einen Teller geben und schräg halten, um zu gucken ob das Gelee fest wird. Tut es das, könnt ihr die Flüssigkeit in eure Gläser umfüllen. Falls nicht, einfach noch etwas weiter vor sich hinkochen lassen bis die Gelierprobe erfolgreich ist.
Ich gebe es zu, ich bin absolut kein Glühweinfan. Man könnte sogar meine, ich mag Glühwein überhaupt nicht, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass ich auch Rotwein nicht mag. Aber als bei der Gelierprobe mein Pröbchen so vor sich hin gelierte, da habe ich es einfach in den Mund genommen und mhhhhhh… sogar mich hat der Geschmack überzeugt.
Vielleicht werde ich das Gelee also einfach selber zum Frühstück essen. Denn eigentlich hatte ich es vor, ein bisschen schön dekoriert und hergemacht zu verschenken. Und damit meine ich: Pssssst, Last-Minute-Weihnachtsgeschenk!



















